Ich bezweifle mal, dass irgend ein geneigter Leser diesen Ausruf kennt, deshalb hier ein kleiner Exkurs.

Alan Parsons Project hat erstmals 1976 das Album „Tales of Mystery“ veröffentlicht, mit Vertonungen von Edgar Allan Poe’s Texten. Darunter befindet sich auch „Der Rabe“, dessen Gekrächz als „never more“ verstanden werden kann, wenn man unter genügend Drogeneinfluss steht.

So viel zum Titel, doch wieso nun „never more“?

Basta

Im Jahre 2000 besuchte ich erstmals die BASTA, damals noch eine Konferenz fast ausschließlich für Visual Basic Entwickler. Es war insgesamt meine erste Entwicklerveranstaltung, die ich besuchte. Mein Ziel war es neues kennen zu lernen, von der Firma war ich beauftragt, das .Net Framework – eine neue Technologie von Microsoft – unter die Lupe zu nehmen. Es könnte ja sein, dass daraus etwas wird und wir in Kundenprojekten die Nase vorn haben könnten, wenn wir uns schon mal damit beschäftigen.

Naja, den meisten muss ich jetzt nicht sagen,was daraus geworden ist, nur eines soll unterstrichen werden, ich habe seitdem quasi kein Visual Basic mehr gechrieben. Vielleicht ein zwei Wochen noch, aber dann,mit einer Umlernphase von knapp 6 Wochen, war ich dem C# verfallen.

User Group

Viele Jahre und einige Arbeitsverhältnisse später traf ich auf einer User Group Veranstaltung Mike Bild. Er ist Technologe durch und durch, und was er mir in einem langen Gespräch über ein Paradigma erzählte, bei dem Lese und Schreibvorgänge in Applikationen von einander getrennt werden, ließ mich in die Arme von CQRS laufen.

In erster Linie versuche ich seither, neu zu entwickelnde Applikationen nach diesem Paradigma um zu setzen. Bisher mit durchschlagenden Erfolg.

Open Space

Für mich auch die Büchse der Pandora. Auf dieser Veranstaltung trifft man Leute, deren Denkweise so weit weg vom allgemeinen Alltag ist, dass einem schwindlig wird. Lauter neue Ideen, Technologien und Methodiken werden hier diskutiert. So viel, dass ich nicht mehr hinterher komme Neues zu probieren.

Mein erster Open Space, den ich besuchte hatte zur Folge, dass ich selber zu Veranstaltungen als Sprecher fahren konnte, um über z.B. CQRS zu reden. Später wurden noch andere Themen in das Portfolio aufgenommen, doch eines ist besonders hängen geblieben, Domain Driven Design (DDD).

Mit DDD ist es so viel einfacher eine Software zu formulieren. Störende Aspekte fallen einfach hinten runter, weil man sich auf einen Punkt konzentriert. Ich möchte es nicht mehr anders machen.

Punkt

Spartakiade

Das viele Herumfahren, gerade in den tiefen Süden Deutschlands, zu diversen Veranstaltungen, empfand ich ein wenig störend, daher entstand im Kreise der User Group hier in Berlin die Idee selber eine Veranstaltung zu organisieren, bei der Technologien vermittelt werden sollen, und das einen Tag lang, in schön langen Sessions.

Wie das nun mal so ist, in einer der kurzen Pausen stellte mir Daniel Fisher einen Weg vor, wie man unter .Net einen super REST Service konstruiert, mit einem Framework, dass später mit dem ASP.Net MVC 4 Framework vergleichbar war. Helle Begeisterung machte sich breit, denn endlich hatte ich einen Weg, die WCF los zu werden.

Tja, daraus ist nun das Nancy Framework geworden, denn auch das MVC 4 war noch zu sperrig. Erfahren habe ich von Nancy auf einer der User Group Touren nach Leipzig vom Alexander Groß.

DDC und DWX

Nun ergab es sich, dass ich bei der dotnetpro ein Call for Paper für die DDC mit gemacht habe und auch noch ausgewählt wurde. Cool, denn das ist aus meiner Sicht eine Ehre im großen Rahmen mit und vor andern Entwicklern sprechen zu dürfen.

Auf einer der Vorbereitungstouren traf ich in Hannover erstmals den Phillip Jander, der genau wie ich Projekte in CQRS umsetzt. Er stellte ein wenig Code vor, der zeigen sollte, wie das mit der Trennung funktioniert. Es reichten etwa 5 Zeilen Code und ich hatte wieder Feuer gefangen für ein Pattern, das ich später in ein eigenes CQRS Framework (SeekYouRS) gegossen habe.

Letztens trafen wir uns wieder und er erzählte, dass die Idee in Javascript umgesetzt ist und super läuft. Och menno – hört das denn niemals auf?

Das kann noch nicht alles gewesen sein, sagt sich der Leser, richtig. Johannes Hofmeister „überfiel“ mich vor einer der Konferenzen, um über einen Artikel vom mir zu sprechen. Dabei stellte sich heraus, dass er sehr ähnliche Ansichten wie ich verfolgt, was die Lesbarkeit von Code betrifft. Bei einem seiner Vorträge zu den „Weasel Words“ berichtet er von Python, einer sehr einfachen Programmiersprache. Klar kannte ich Python schon, aber bisher hatte ich keine Notwendigkeit darin gesehen mich mehr damit auseinander zu setzen. Bis jetzt. Inzwischen mache ich einiges prototypisch erst einmal in Python, weil man schön schnell ein Ergebnis sieht. Ich bin begeistert.

Python – Wikimedia Commons

Berlin DoSE

Oje, auch das noch, mein erster Ausflug in die nicht .Net Welt. Alles verrükte Leute, und alle geben mehr oder weniger Denkanstöße in neue Richtungen.

Markus Andrezak von überprodukt eröffnete einen neuen Kreis, erweiterte meinen Horizont im Bereich agiles Management. Er hat die Mauern der Methodiken eingerissen, er sprach aus, was mir schon lange Kopfschmerzen bereitete, sinngemäß: „Methodik zerstört Innovation“ – Krach. Ich kombiniere das noch mit einer Aussage vom David Joyce und heraus kommt: „Liebe Leute, hebt die Augen von den vielen Forcasts und KPI Berichten, schaut dem Kunden in die Augen, nur er kann euch zum Erfolg führen, niemals nur die Analysen der Zahlen.“

Wow, ich bin gefixt – Design Thinking ich komme.

Design Thinking – Anti Process

Nimmer mehr

Wenn das mit den Konferenzen so weiter geht, entwickle ich mich noch zu einem dieser IT Junkies, immer auf der Suche nach neuem.

Letztens habe ich mich wieder dabei erwischt, nachdem ich einem Tweet vom Björn Rochel folgte, der zu einer Programmiersprache (elixir) führte deren Ansinnen es ist beschreibend zu funktionieren – pure Literatur das Zeug.

~
~
~

Ach was solls, gebt mir mehr.
Von wegen „never more“, „ever more“ ist die Devise.

~janekf