Intro

Lange habe ich nichts mehr geschrieben – Oktober ’13. Der ein oder andere mag meinen, ich höre auf mit dem Schreiben und freut sich darüber, aber nein, weit gefehlt, ich will wieder mehr machen. Ein guter Vorsatz für dieses Jahr. Ein Vorsatz, der nur noch ein halbes Jahr laufen muss und schon mit diesem Post erfüllt ist – super, ich mag solche Vorsätze.

Was möchte ich berichten? Na am besten, was die letzten Monate passiert ist und im Besten Fall kommen noch ein paar Zeilen für das „vor mir Liegende“.

Wiedermal eine bewegende Zeit ich vergangen und wenn ich es recht betrachte kommt noch viel mehr Bewegung auf mich zu. Schon zu beginn des Jahres passierte das, was sich zum Jahresende schon anbahnte,

… ein Ausstieg

In meinem Blog liegen einige Beiträge, die ich dank eines Freundes bisher nicht veröffentlicht habe. Wenn noch ein wenig Gras gewachsen ist, kann ich eventuell diese Posts – oder zumindest einen davon – veröffentlichen. Eines soll schon verraten werden es geht um Moral, die ein jeder mit sich ausmachen muss. Ich für meinen Teil bin davon überzeugt, dass die Welt etwas besser aussehen würde, wenn die Menschen mehr Moral hätten.

Mein Ausstieg, im Nachhinein betrachtet, war eher ein Befreiungsschlag. Was mich lange quälte war nun vorbei und der Spruch: „Ich bin nicht die Zielgruppe“ reichte schon lange nicht mehr mich freundlich ins Büro zu bekommen. Ein gutes viertel Jahr bin ich jeden Morgen und Abend zu Fuß die 5 Kilometer gelaufen, damit der Kopf ein wenig frei wird. Nun gut, es war vorbei mit der Qual und ich verließ das Unternehmen.

Ein bisschen hatte ich dazu gelernt, dafür bin ich dankbar. Immerhin weiß ich nun, auf was man achten muss, wenn man Software installiert. Das ist doch was. Für eine Supportsession per Skype hat es auch schon gereicht. Vielleicht sollte ich es als Dienstleistung anbieten, Crapware vom Rechner entfernen, ohne neu zu installieren… ist ein Gedanke wert.

Wohin führte dieser Ausstieg? Na klar zu einer neuen Chance und einer alten Idee, der Idee ein Produkt auf den Markt zu werfen.

Na gut der fairness halber sollte ich von zwei Produktideen sprechen, die so weit auseinander liegen, dass man meinen könnte ich sei etwas schizophren, was durchaus sein kann.

<fremde Stimme>Quatsch nich, schreib</fremde Stimme>

Einstieg 1

Zum einen die Produktidee, die so gut zur Energiewende passt, ein Stück Software, die einfach nur nützlich ist, den Geldbeutel schont und sinnvoll mit Ressourcen umgeht. Ein System, dass mir schon so lange unter den Nägeln brennt, dass man meinen könnte, ich wasche sie mir nicht.

Nachdem ich festlegt, wer und was die Kriterien sind, an denen ich es festmache, ob entwickelt wird oder nicht, ging es los. Reden hier, recherchieren da, Daten sammeln, Fakten ermitteln und eine schöne Exceltabelle erstellen. Am Ende war eigentlich klar – ich mach den Quatsch – nur noch ein finales Gespräch mit einem potentiellen Kunden oder Vertriebler, je nach Betrachtungsweise.

Es war ein toller Abend. Schön beim Italiener sitzen, Teller lehren, Bier trinken und über das Produkt schwatzen. Mit dem Ende – verflucht nochmal, die Politik ist einfach zu beschränkt. Ich konnte alles an den Nagel hängen, weil niemand an einer Systemoptimierung interessiert ist, solange die Versicherungen dafür aufkommen, wenn mal was nicht klappt. Als Beispiel könnte ich sagen. Die Allianz zahlt VW, wenn die Absatzzahlen mal nicht stimmen. Sacht mal Leute hakts. Der Steuerzahler wundert sich und die Lobby lacht sich ins Fäustchen. Na wartet, der Hammer kommt noch.

Das wars also. Mein Ziel, dass alle Aspekte passen müssen, alles geklärt ist und keine Fragen mehr offen sind ging zwar auf, aber leider zu meinen Ungunsten. Dann warte ich eben noch ein paar Jahre. Zu dumm nur, dass dann die Mitbewerber wie Pilze aus dem Boden schießen. Klar, man könnte sich finanzieren lassen und schon mal entwickeln, nur wenn ich heute damit beginne unterschreibe ich Exlusivrechte für genau einen Kunden und das möchte ich nicht.

Einstieg 2

Wenn das eine nicht klappt, dann das andere. Zack Rechner raus, Plan gemacht und los programmiert. Diesmal ohne Rücksicht auf Verluste, mit der Lanze voran. Gleich noch ein paar neue Technologien eintüten, coole Story drum rum stricken, so dass der Code eher wie eine Novelle zu lesen ist statt dröger Keks.

Keine drei Tage später stand das Ding… Wahnsinn, so was von produktiv, die Tickets flogen nur so durchs Board, das glaubt mir keiner. Dann noch ein zwei wichtige Dinge formulieren wie: „Der Kunde möchte in Echtzeit sehen, mit welchen Kosten er am Ende des Monats zu rechnen hat“. Hey Leute, kein Ding, das klöppel ich dir in 30 Minuten rein. Dann noch schnell eine API einbinden, auslesen und fertig ist der Lack. <lautes Geräusch>TRÖÖÖÖT</lautes Geräusch>

Wo zum Henker werden diese Daten eigentlich angezeigt? Wie soll denn der Kunde seine Echtzeitdaten betrachten? In dem er die Augen schließt? Nein, natürlich nicht. Er möchte eine UI haben. Na schönen Dank, ich und UI. Kann das nicht jemand machen, der sich damit auskennt?

Ach Leute, wenn ihr wüsstet, wie ich mich mit dem Gedanken geqält habe, jemanden ran zu holen. Das Problem ist, mein Konto besteht aus Zwiebelleder. Bei jedem Blick da drauf kommen einem die Tränen. Damit kann ich niemanden für zwei Monate verpflichten. Vielleicht, wenn ich die Kinder in eine Diamantenschleiferei schicke, mit den kleinen Fingern kann man die kleinen Steinchen so gut halten.

Nein im Ernst, der Flow war kaputt und parallel kam eine Projektanfrage rein. Nun saß ich, mit dieser halbfertigen Geschichte da und hoffe noch bis heute, dass ich damit fertig werde. Wer weiß, vielleicht meldet sich ja jemand aufgrund dieses Blog Posts 😉

Einstieg 3

Die Enterprise Software kaputt, das andere Ding halb fertig und der Kopf weit oben, ein Projekt, das richtig interessant klingt, steht vor der Tür. Leider darf ich nichts darüber schreiben, aber das Produkt an sich ist eine tolle Sache.

Doch was nach außen hin als super Produkt dargestellt ist, sieht im Inneren aus wie der Moloch.

Ich dachte, dass ich schon alles gesehen habe. Brownfields, Visual Basic und andere verkorkste Softwareprojekte, aber was hier vorlag, war die Hölle. Das schlimmste daran war, dass das Produkt insgesamt funktioniert und Wartungsarbeiten werden Offshore weiterhin in einem zeitlich erträglichen Maß durchgeführt. Wo ist also das Problem? Der Kunde brauchte neue Features und wünschte sich die Entwicklung in house. Toll, ein Projekt in der Heimat, mit toller Finanzierung und mal was richtig nützliches….

Ich drücke es mal einfach aus… ich bin gespannt wohin das noch führt.

Was war da noch?

Eigentlich wollte ich ja einen Rückblick schreiben, also darf ich die Konferenzen und Community Veranstaltungen nicht vergessen.

Vornweg soll natürlich die Spartakiade erwähnt werden, die Konferenz, die mir drei Tage lang den Kopf verdreht, weil es die Konferenz ist, die ich selber mit organisiere. Im März fand das ganze Spektakel statt, wieder in den Räumen des co.up in Kreuzberg. Diesmal waren wir ein paar mehr Leute als im Jahr zuvor. Das finde ich super, denn wenn das Konzept ankommt, dann bin ich zufrieden.

In diesem Jahr stand mobile Development im Fokus, aber auch ein paar Soft Skill Trainings waren dabei, so dass man schon fast von bunt gemischt reden kann. Auch fand die Spartakiade erstmals an zwei Tagen statt. Das ist für die Organisation noch komplizierter, aber am Ende zahlt es sich aus.

Wir hatten wieder tolle Trainer dabei. Ob nun Sebastian Seidel mit einem Xamarin Workshop oder Mike Bild mit Html 5, dann hat sich Johannes Hoppe um ExtJs gekümmert und so weiter. Ich bin mächtig stolz auf das Geleistete und freue mich riesig auf das nächste Jahr. Lasst euch überraschen, es gibt was Neues.


Dieses Jahr durfte ich das erste mal bei den Dotneddern sein, beim .Net Day Franken. Glücklicherweise traf es sich, dass gerade ein Jubiläum anstand und damit die Stimmung noch ein bisschen aufgeregter war. Gut den direkten Vergleich habe ich nicht, aber für mich kam es so vor. Uli und Udo, ick hab ma echt wohl jefühlt bei euch, und wennet sich einrichtn lässt, denn kommick nächsted Jah wiedea. Jeht kla watt?

Der .Net Day Franken hat auch eher den Konferenz Charakter. Vorgeplante Sessions und ein gut geplanter Ablauf. Da könnten wir in Berlin uns noch was von abschneiden. Auf der anderen Seite machen wir es so und die anderen machen es eben anders.


Tja und dann möchte ich natürlich die DWX14 erwähnen, eine der größten deutschen Entwicklerkonferenzen, auf der ich auch wieder sprechen durfte – Danke nochmal dafür. Drei Tage lang wurden wieder etliche Themen beackert. Leider konnte ich mich nicht über all rein setzten, schon allein wegen der eigenen Vorträge. Aber einen Vortrag möcht eich nochmals hervorheben, weil er genau das angesprochen hat, was mich gerade bewegt. Der Vortrag wurde vom Andre Meier gehalten und handelte von OAuth2 und OpenID, den Autorisierungs- und Authentifizierungsverfahren, die massiv auf uns zu kommen.

Insgesamt ist die DWX aber extrem anstrengend. Morgens aufstehen, meist mit Kater vom Vortag. Dann ein Kurzer Blick auf die Sessions und losärgern, dass man sich nicht teilen kann. Zwischen den Sessions gibt es lecker Verpflegung, die man nicht essen kann, weil man in ein super interessantes Gespräch verwickelt ist. Dann kommt schon die Mittagszeit, die ich fast immer mit einem Kleks Essen absolviere, denn die Zwischensessiongespräche gehen ja weiter und das Netzwerken nicht zu vergessen. Diesmal sind unter anderem die Deutsche Welle und die Kassenärztliche Vereinigung in meinem Netzwerk aufgenommen worden, das finde ich super.

Wenn dann „endlich“ die Sessions vorbei sind, gab es Veranstaltungen, die ich bisher auch nur auf der DWX erlebt habe. Thementische, an denen sich die Besucher mit Experten zu bestimmten Themen austauschen können – BTW, mein Tisch wurde von einem Speaker gekidnappt und kurzerhand zu eine TDD Tisch angepasst, aber auch das ist super gelaufen, danke Phillip 😉 Ansonsten wurde noch die Community Night durchgeführt, ein Raum voller Leute, die einfach den Raum für sich und ihre Themen nutzen konnten. Eine PowerPoint Karaoke rundete das ganze ab – Leute, das ist extrem witzig und sollte über all mal durch geführt werden.

Ausblick

Und was kommt noch… Ich hoffe mal, dass der Leipziger Open Space schnell näher rückt. Auch wieder gute drei Tage voll Strom, bei denen nicht an schlafen gedacht werden kann. Nur ist es so, ich brauche den Open Space, um die Themen für die Spartakiade zu ermitteln. Wir hänge doch quasi zusammen 😉

Was könnte dies Jahr noch kommen? Wenn es gut läuft hoffentlich noch ein paar schöne Workshops, Trainings und solche Sachen. Na und nicht zu vergessen, der Urlaub im weiten Ausland. Darauf freue ich mich besonders, denn da möchte ich mich noch weiter in F# einarbeiten.

Ach halt… eins noch. Ich darf ja auch auswäts antreten, auf einer Konferenz, die in keinster Weise mit .Net zu tun hat – noch nicht har har. Die B-DoSE, eine Agile-Architecture-Enterprise-Java Konferenz, auch in Berlin und mal mit ganz anderen Leuten. Da bin ich ja mal gespannt. Im letzten Jahr war ich noch Teilnehmer und in diesem saß ich mit im Beirat und darf auch einen Talk halten. Worüber… na klar, über EventSourcing und dem EventStore im allgemeinen, so wie schon auf der DWX.

~janekf

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